Montag, 1. Mai 2017

Giesing Gastro: "La Locanda" in Obergiesing

Eine neue Bar auf der Tegernseer Landstraße oder ein frisch eröffnetes Restaurant im schicken Untergiesing: Die aktuelle Szene-Gastronomie kennt meist das ganze Viertel. Alteingesessene Institutionen bleiben hingegen häufig im Verborgenen: Dazu gehört das italienische Restaurant "La Locanda" in der Heimgartenstraße in Obergiesing - ein echter Geheimtipp, der den Vergleich mit den besten Italienern in der Stadt sicherlich nicht zu scheuen braucht: Giesing Galore stellt das Restaurant vor.

Dass "La Locanda" etwas abseits des Giesinger Trubels liegt, mag durchaus ein Vorteil ein - zum Beispiel, wenn die örtliche Fußballprominenz zum Abendessen kommt: Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola soll Stammgast gewesen sein. Und dass Bayern-Spieler in die Locanda zum Dinieren kommen, ist nach wie vor keine Seltenheit. Ganz gut also, dass die meisten Giesinger rasch über die Deisenhofener Straße vorüberrauschen, während sich die Prominenz drinnen italienische Spezialitäten schmecken lässt.

Wir haben an einem Freitagabend reserviert. Als wir um 19.30 Uhr an der Locanda ankommen, treffen wir zeitgleich mit einer zweiten Gruppe ein. Dennoch ist sofort ein Servicemitarbeiter zur Stelle, der uns zu unserem Platz führt und die Speisekarten aushändigt. Das Restaurant ist etwa zu einem Drittel besetzt - da "La Locanda" zum Hotel Leonardo gehört, bestehen die Gäste etwa zur Hälfte aus externem Publikum sowie Übernachtungsgästen des Hauses. 

Die Getränkebestellungen werden acht Minuten nach unserer Ankunft angenommen. Da wir bereits wissen, was wir essen möchten, werden zeitgleich die Speisewünsche aufgenommen: Ich teile mit meiner Begleitung einen gemischten Anti-Pasti-Teller und bestelle als Hauptgang die Piccata Lombarda, ein Kalbsmedaillon in Zitronenbuttersauce.

Bis mein Glas Helles auf dem Tisch steht, vergehen sieben Minuten - summa summarum sitze ich also exakt eine Viertelstunde nach dem Eintreffen vor meinem Kaltgetränk. Der Vorspeisenteller kommt nach weiteren fünf Minuten - und überrascht gleich in doppelter Hinsicht positiv. 

Die Vorspeisen sind bereits auf zwei Einzeltellern drapiert - der Prozess des Teilens, der bei mir häufig nicht nur mit einer Kleckerei verbunden ist, entfällt. Der Anti-Pasti-Teller überzeugt außerdem im Hinblick auf die Zusammensetzung: Neben Standards wie dem Tomaten-Mozzarella-Arrangement hat der Teller auch Ausgefalleneres zu bieten: Vitello Tonnato und Shrimps zum Beispiel, die sich nicht bei jedem Italiener auf dem Vorspeisenteller finden. Der Teller ist hübsch arrangiert: Das Auge isst mit. 

Der (halbe) Anti-Pasti-Teller
Als wir die Vorspeise nach etwa 20 Minuten verputzt haben, wird rasch - aber nicht aufdringlich schnell - abgeräumt. Nach einer kurzen Pause von fünf Minuten steht punkt 20.15 Uhr der Hauptgang auf dem Tisch: Das Kalbsmedaillon wird - was in der Speisekarte nicht explizit vermerkt ist - mit Kartoffelpüree und einem kleinen Gemüsebouquet aus Brokkoli, Gurken und Karotten serviert. Das Kalbsmedaillon besteht genau genommen sogar aus zwei Stücken - es überzeugt sowohl in geschmacklicher Hinsicht wie auch im Hinblick auf die Portionsgröße. 

Piccata Lombarda
Eine Erwähnung verdient außerdem der Service, der stets freundlich und herzlich war. Die Rechnung ist gewiss nicht ganz günstig, aber der Besuch in der Locanda zweifelsohne seinen Preis wert. Der Anti-Pasti-Teller kostet 13,90 Euro, die Piccata Lombarda ist für 21,90 Euro zu haben. Das Helle (Paulaner vom Faß, 0,5 Liter) steht für 4,20 Euro auf der Karte.

Das Restaurant "La Locanda" liegt an der Ecke Deisenhofener-/Heimgartenstraße in Obergiesing und ist fußläufig in wenigen Minuten von der U-Bahn-Station Silberhornstraße erreichbar.

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