Mittwoch, 17. Mai 2017

Ostfriedhof: Kaskadenanlage geht wieder in Betrieb

Der Ostfriedhof in Giesing bekommt eines seiner Wahrzeichen zurück: Morgen Abend wird die historische Kaskadenanlage nach einer rund zweijährigen Renovierung und einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf wieder in Betrieb genommen. Die Anlage aus dem Jahr 1900 war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und galt als Schmuckstück auf den Münchner Friedhöfen. Nun soll der Glanz von einst wieder aufleben.  

Dass im Ostfriedhof eine große Wasseranlage sprudelt, daran können sich in Giesing kaum mehr Bürger erinnern: Seit dem Zweiten Weltkrieg war die monumentale Brunnenanlage außer Betrieb, verfiel von Jahr zu Jahr und war zuletzt nur noch als Ruine erkennbar. Wegen einsturzgefährdeter Balustraden, überwucherten Stufen und losen Sockelteilen war die Anlage bei näherer Betrachtung eher Gesundheitsrisiko als Vergnügen. 

Der ehemalige Stadtbaumeister Hans Grässel hatte die Anlage mit zwei Kaskaden errichten lassen: Sie sollte Friedhofsbesucher zum Verweilen einladen - im Gegensatz zu den üblichen Friedhofsbrunnen, die eher funktionalen Charakter haben. Am morgigen Donnerstag, 18. Mai, wird das renovierte Wasserspiel nun der Öffentlichkeit wieder offiziell zugänglich gemacht. 

Die historische Brunnenanlage strahlt in neuem Glanz

Wasserspiel im Ostfriedhof.
Auf Grässel gehen alle vier großen - nach den Himmelsrichtungen ausgerichteten - Münchner Friedhöfe zurück. Und dass Grässel noch weit tiefer als auf Friedhöfen üblich blicken konnte, bewies der Architekt und Stadtbaumeister im Jahr 1914: Damals hatte Grässel erstmals den Plan für eine U-Bahn in München.

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