Donnerstag, 1. Juni 2017

1860: Kommt nach dem Abstieg die Rückkehr nach Giesing?

Nach dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga ist eine Rückkehr der Sechzger in das Stadion an der Grünwalder Straße in Giesing wieder ein Thema. Die Spielstätte oberhalb des Candidplatzes ist seit jeher die Wunschheimat vieler Löwen. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat bereits Unterstützung zugesagt, falls der TSV 1860 tatsächlich zurück in das Stadion wolle. Ungelöst sind aber weiterhin verkehrliche Fragen sowie das Thema Sicherheit, vor allem bei Problemspielen. Eine Vorentscheidung für oder gegen einen Umzug fällt quasi morgen Nachmittag.

Freitag, 15.30 Uhr. Das ist die Deadline, bis zu welcher die Löwen beim Deutschen Fußball-Bund die nötigen Unterlagen und rund zwölf Millionen Euro für die Lizenz in der Dritten Liga hinterlegen müssen. Und nur einer kann für die Sechzger kurzfristig das Geldbörserl öffnen: Der jordanische Investor Hasan Ismaik, der die nächste Geldspritze jedoch an eine Reihe teilweise unerfüllbarer Bedingungen geknüpft hat. Kommt kein Geld, rückt die Insolvenz und der Abstieg von der 2. Bundesliga in die Regionalliga Bayern näher. Im Gegensatz zur Dritten Liga hat der Mietvertrag für die verhasste Allianz-Arena dort keine Gültigkeit mehr. 

Die Chance, dass der TSV 1860 München künftig wieder in Giesing spielt, sind also nicht gering. Und dass die Kultstätte wieder als Spielort der Löwen diskutiert wird, ist grundsätzlich eine gute Idee - nicht nur für die Fans, sondern auch für das Viertel, dem am Rande des Gentrifizierungswahns ein bisschen raue Fußballkultur durchaus gut zu Gesicht stehen würde. Erst vor wenigen Jahren war das Stadion für mehrere Millionen Euro drittligatauglich ausgebaut worden. "Das haben wir nicht gemacht, damit das Stadion ein Museum wird", sagt SPD-Stadträtin Verena Dietl. Und die Chancen stehen gut, dass sich auch die offenen Fragen in punkto Sicherheit lösen lassen. 

Einzelne Begegnungen - ob gegen Chemnitz oder Rostock in der Dritten Liga oder ein Regionalliga-Derby gegen die Amateure des FC Bayern - bergen zwar das Risiko von Ausschreitungen. Deshalb ist es auch richtig, was Oberbürgermeister Dieter Reiter in der SZ sagte: Es brauche daher für den Spielbetrieb in Giesing ein Konzept, das alle sicherheitsrelevanten Frage bedenke. Doch richtig ist auch: "Problemspiele" wie die Derbys zwischen den Amateuren von 1860 München und Bayern München finden seit jeher im Grünwalder Stadion statt, ohne dass es größere Probleme gegeben hätte - von Umleitungen und Wartezeiten für den Verkehr einmal abgesehen.

Selbst die Engpässe bei der Kapazität des Stadions, von welchen häufig die Rede ist, können kein wirklicher Hinderungsgrund für einen Umzug sein. Das Sechzger-Stadion fasst offiziell 12.500 Besucher - nach einer Sanierung der Westtribüne könnten sogar bis zu 15.000 Fußballfans die Spiele besuchen. Für die Dritta Liga, wo sich die Zuschauerzahlen meist im einstelligen Tausender-Bereichen bewegen, mehr als ausreichend - erst recht für die Regionalliga, wo sich im Schnitt sogar nur eine dreistellige Zahl von Fans zum Kick aufmacht.

Weniger wahrscheinlich ist der Umzug nach Giesing, falls die nötigen zwölf Millionen Euro für die Dritte Liga doch noch pünktlich überwiesen werden. Denn dass der FC Bayern München seinen Stadtrivalen aus Kulanz aus ihrem Mietvertrag für die Allianz-Arena aussteigen lässt, gilt als eher unwahrscheinlich.

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