Montag, 12. Juni 2017

Giesings Gassen: Candidplatz & Candidstraße

Der Candidplatz ist einer der zentralen Plätze im Viertel, die Candidstraße als Teilstück des Mittleren Rings eine der Hauptverkehrsachsen durch Giesing. Benannt sind Platz und Straße nach einem Künstler, der eigentlich gar nicht Candid hieß. Die Rubrik "Giesings Gassen", die in loser Folge die Herkunft der Straßennamen im Viertel erklärt, stellt diese bekannte Persönlichkeit vor.

Er hieß eigentlich Pieter de Witte - doch weil der Maler aus Flandern lange Zeit für den Großherzog der Toskana, Ferdinando I. de Medici, arbeitete, übersetze er seinen Nachnamen kurzerhand ins Italienische: Aus "de Witte", flämisch für "weiß", wurde "Pietro Candido" bzw. "Candid". Während seiner Zeit in der Toskana (1575-1586) war Candid unter anderem an den Malerarbeiten an der Kuppel des Doms zu Florenz beteiligt. 

Später folgte Candid dem Ruf von Herzog Wilhelm V. nach München. Hier malte er unter anderem mehrere Säle der Residenz aus. Auch der Brunnen im vorderen Hof der Residenz geht im Entwurf auf Candid zurück. Im Alten Schloss Schleissheim sind weitere Werke des Malers an Wänden und Decken zu sehen. 

Höhepunkt von Candids letzter Schaffensphase ist 1620 die Haupttafel "Himmelfahrt Mariä" des ehemaligen Hochaltars der Münchner Frauenkirche. Sie hängt heute über dem Sakristeiportal an der Nordwand des Gotteshauses. Candid stirbt im März 1628 in München.

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